Dr. Roland Forster

Kurz & Bündig

Während Präsentationen:
Fragen zulassen? Oder besser doch nicht?

Beide Möglichkeiten gibt es. Ganz gleich, wie Sie sich entscheiden: es empfiehlt sich, den Zuhörenden (und –sehenden) Ihre Vorstellungen zu Beginn mitzuteilen. Günstig ist es natürlich, wenn Sie dies als Empfehlung vortragen, also nicht bevormundend, sondern eher als Vorschlag im Sinne aller Anwesenden. Ihre Entscheidung sollten die Veranstaltungsleitung, die Moderatoren, der Kunde usw. bereits vorab kennen.

Wenn Sie Fragen jederzeit zulassen, gehen diese nicht verloren. Das Verständnis der Zuhörenden ist für Sie jederzeit überprüfbar, Ihre Präsentation wird stärker dialogisch. - Ein Risiko besteht darin, dass Sie möglicherweise 'ins Schleudern kommen', wenn Sie Fragen nicht so richtig beantworten (können). Meist hat das Auswirkungen auf Ihr weiteres Vorgehen, Sie fühlen sich vielleicht unsicher, ärgern sich über sich selbst, was dann wiederum Auswirkungen hat. Davon abgesehen können Fragen und Beantworten ausufern, Sie starten plötzlich Exkurse, die Sie gar nicht geplant hatten. Der eigene Vortragsfluss wird gestört, die Entwicklung von Mitverstehen beim Publikum kommt nicht zustande.

Möchten Sie lieber nach Ihrer Präsentation Fragen beantworten, haben Sie in der Regel ein gutes Gefühl, weil Sie ja schon etwas geleistet haben. Sie fühlen sich sicher, im Thema zuhause, dann können die Fragen ruhig kommen. Dabei haben Sie die Möglichkeit, Fragen 'einzusammeln', die zu ähnlichen Komplexen gestellt werden; diese lassen sich dann en bloc beantworten. Zuerst wird also ein Teil realisiert, den Sie allein gestalten, dann kommt der zweite Teil, den Sie mit dem Publikum gemeinsam angehen. Dazwischen sollte auf keinen Fall eine Pause liegen. – Ein Nachteil dieser Variante besteht darin, dass viele Fragen gar nicht erst gestellt werden, weil zwischen dem Auftauchen von Fragen und der Möglichkeit, diese zu formulieren, zu viel Zeit vergeht. Verhindern lässt sich das manchmal mit dem Hinweis, auftauchende Fragen zu notieren für die anschließende Fragerunde.

Grundsätzlich sollten Sie sich bei Fragen, die Ihnen das Publikum stellt, nicht jeden Schuh anziehen. Oft klingen Fragesteller nämlich unfreundlich, sogar leicht aggressiv – ist aber in der Regel nicht so gemeint! Fragen zu stellen ist eine Mutfrage, also sollten Sie dem Fragesteller wertschätzend gegenüber stehen – schließlich betreibt er für Sie kostenlos Marktforschung: Er spiegelt Ihnen eventuelle Schwachstellen Ihrer Präsentation, zeigt Ihnen, wo Sie vielleicht nicht so ganz klar waren, weist auf Lücken hin. Oft enthalten gute Fragen sogar Vorschläge, die Sie beim nächsten Mal aufgreifen können.

Also: die Entscheidung liegt bei Ihnen…!

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