Dr. Roland Forster

Kurz & Bündig

Stichwortkonzept

Stichwortkonzept

 

Das Besondere an diesem Konzept sind drei Kriterien:

1. Alle Verben stehen im Infinitiv, es gibt keine konjugierte Verbform. Damit wird ermöglicht, dass der Redner in der Realisierung seiner Vorlage sehr frei bleibt in der endgültigen Formulierung. Je nach innerer Planung und / oder situativem Kontext kann man aus dem Infinitiv "lernen" ein "haben gelernt", "müssen lernen", "sollen sich aneignen", "gehört in jeder Schule zum Programm" oder ähnlich formulieren. Der Infinitiv trägt die Information, wie Sie aber in der aktuellen Situation ausformulieren – darin sind Sie extrem frei.

2. Es gibt in Ihrer Vorlage keine Sätze im grammatischen Sinn, organisiert werden gewissermaßen Sinneinheiten. Diese Sinneinheiten werden abgestuft angeordnet. Dadurch bleibt die Informationsmenge beherrschbar, ein neuer Punkt beginnt immer am linken Rand, ist also nach dem Augenkontakt mit den Zuhörern mit einem schnellen Blick auf das Script sofort auffindbar.

3. Achten Sie auf die sogenannten Konnektoren bzw. Gelenkwörter am linken Rand. Das sind Wörter wie "also", "denn", "und so", "darin", "nur" usw. Die Erfahrung zeigt, dass diese Begriffe den Zusammenhang der gesprochenen Textteile ungemein erleichtern, obwohl jeder Muttersprachler glaubt, dass er diese einfachen Wörter nun wirklich nicht zu notieren braucht.

Bei diesem und ähnlichen Stichwortkonzepten gilt es noch ein paar Tricks zu beachten: beschriften Sie immer nur die Vorderseite Ihres Papiers, arbeiten Sie viel mit Farben, verwenden Sie Ihre ganz privaten Abkürzungen – und: nummerieren Sie Ihre Blätter!

Zusammenfassend formuliere ich noch einmal, was Sie bei freiem Reden beachten sollten:

·  Strukturieren Sie deutlich.

·  Reden Sie so frei wie möglich.

·  Formulieren Sie 'ohrenfreundlich'.

·  Gestalten Sie ganz bewusst den Kontakt zu den Zuhörern.

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