Dr. Roland Forster

Kurz & Bündig

Metakommunikation

Sagen Sie, was Sie gleich sagen werden…

Das ist zugegebenermaßen eine verkürzte Darstellung eines wichtigen rhetorischen Werkzeuges, mit dem Sie Ihren Gesprächserfolg absichern können: es geht um Metakommunikation. Sie blicken dabei gewissermaßen aus der Vogelperspektive auf Ihre Gesprächssituation und geben an, was da unten gerade passiert. Das kann zum Beispiel so klingen: "Ich erkläre Ihnen das jetzt an einem Beispiel…", und dann formulieren Sie (erst) das Beispiel. – Oder: "Ich möchte jetzt den vorletzten Punkt noch einmal aufgreifen.", und erst dann greifen Sie ihn auf. Sie merken: Mit solchen Formulierungen geben Sie an, wie Sie verstanden werden möchten. Sie sprechen darüber, wie / was / mit wem / wozu Sie gerade kommunizieren. "Ich versuche das jetzt mal zusammenzufassen." Das ist ein typisches Beispiel für eine Bemerkung, mit der Sie eine Phase eines Gesprächs organisieren. Und das ist eine wichtige Funktion von Metakommunikation.
Eine andere Funktion ist die Gestaltung der Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Gesprächspartnern. "Ich kann mir vorstellen, das kommt für Sie jetzt überraschend.""Vielleicht können wir zunächst alle Vorwürfe weglassen und versuchen, die Fakten zusammenzutragen." – Auch dabei sprechen Sie darüber, wie Sie gerade miteinander sprechen. "Ich habe den Eindruck, dass es einigen hier um was ganz anderes geht."
Auf diese Art und Weise strukturieren Sie Gespräche (Menschen lieben Strukturen!), sichern ab, dass Sie verstanden werden, gestalten Ihre Beziehung zu anderen. Missverständnisse werden geklärt, Störungen können bearbeitet werden. Sie sagen, was Sie gerade erleben, denken oder tun. Und Sie zeigen auf, wie Sie verstanden werden möchten, und sorgen damit für Klärung.
Diese und ähnliche Formen von Metakommunikation werden als bedeutsam erlebt und wecken Aufmerksamkeit. Der Sprecher klingt persönlicher, der Kommunikationsstil wird gesprächshafter. Eine große Bedeutung hat Metakommunikation beim Analysieren und Austragen von Konflikten, weil sich damit Äußerungen entschärfen lassen. Die Grenze ist da erreicht, wo jemand eine völlig überzogene, übergroße Nähe signalisiert. Achten Sie auch darauf, dass Sie keine Formulierungen verwenden, mit denen Sie sich selbst oder Ihr Anliegen 'kleinmachen', beispielsweise "Ich will nur kurz erzählen…", "Ich möchte schnell noch sagen…", "Ich darf Ihnen allen versichern…". Als Abschluss mache ich Ihnen jetzt einen Vorschlag: Finden Sie metakommunikative Formulierungen, die zu Ihnen passen, und dann experimentieren Sie damit. Sie werden schnell merken, dass Ihre Gesprächsbeiträge als klar und zugewandt wahrgenommen werden.

 

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